Italien1958
Nel blu dipinto di blu (Volare)
Domenico ModugnoDie Geschichte hinter dem Song
Am Anfang stand ein Nickerchen. Im Juni 1957 wartete der Texter Franco Migliacci darauf, mit Domenico Modugno ans Meer zu fahren, trank dabei etwas Wein und schlief ein. Als er aufwachte, fiel sein Blick auf zwei Drucke von Marc Chagall an der Wand: ein gelber Mann, der in der Luft schwebt, und ein Maler mit halb blauem Gesicht. Daraus wurde die Idee eines Mannes, der träumt, sich blau anzumalen und zu fliegen. Tagelang arbeiteten die beiden an dem Lied, zunächst unter dem Titel „Sogno in blu“. Laut Modugnos Witwe brachte ihn später ein Sturm, der sein Fenster aufstieß, auf das Wort, das zum Refrain und zum bekannten Titel wurde: Volare.
Die Jury in Sanremo hätte den Song beinahe abgelehnt. Am Ende wurde er doch zugelassen und gewann das Festival am 1. Februar 1958. Modugnos Auftritt gilt bis heute als der Abend, an dem sich die italienische Musik veränderte. Sänger standen damals reglos da, die Hände vor der Brust. Modugno breitete die Arme aus, als wolle er abheben.
Die Welt zog nach. Die Single stand fünf Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100 und wurde Billboards Nummer eins des Jahres 1958. Bei den ersten Grammy Awards gewann sie als erstes Lied überhaupt sowohl Record als auch Song of the Year. Alle Fassungen zusammen verkauften sich mehr als 18 Millionen Mal, und in Fußballstadien lebt die Melodie in Fangesängen weiter. Ein verschlafener Nachmittag und zwei Gemälde schenkten Italien seinen ersten wirklich weltweiten Popsong.
