Kuba1996

Chan Chan

Compay Segundo

Die Geschichte hinter dem Song

Compay Segundo bestand stets darauf, „Chan Chan“ nicht komponiert, sondern geträumt zu haben. Nach seiner Schilderung wachte er 1984 eines Morgens mit vier Tönen im Kopf auf, so deutlich, als spiele unten vor seinem Balkon eine Band auf der Straße, und gab ihnen einen Text nach einem Kindermärchen, an das er sich erinnerte: Juanica y Chan Chan. Das Lied erzählt von einem Paar, das am Strand Sand für ein Haus holt. Er siebt, sie schüttelt das Sieb, und ihr Hüftschwung treibt ihm die Röte ins Gesicht. Der Refrain nennt vier benachbarte Orte in der Provinz Holguín, wie es im Son cubano üblich ist. Mehr als zehn Jahre lang kam der Song nur langsam voran. Compay nahm ihn 1985 mit seiner Gruppe in Havanna auf, doch das staatliche Label EGREM brachte die Session erst 1996 heraus. 1987 bat er Eliades Ochoa, ihn mit dem Cuarteto Patria einzuspielen, auch weil er neue Aufnahmen seiner älteren Lieder brauchte, um Tantiemen zu beanspruchen. Die beiden spielten ihn oft in der Casa de la Trova in Santiago, wo Trova-Fans ihn lieben lernten. 1992 sang Pablo Milanés ihn mit ihm ein, 1994 nahm Compay ihn mit nach Spanien. Im März 1996 schließlich nahmen Compay, Ochoa und weitere altgediente kubanische Musiker das Lied für das Projekt Buena Vista Social Club neu auf. Es eröffnete das Album, wurde zum Erkennungslied der Gruppe und machte den Traum eines alten Trovadors international berühmt. Aus vier Tönen, die ein Mann im Schlaf hörte, wurde eines der bekanntesten Lieder, die Kuba der Welt geschenkt hat.

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