Japan1984

Plastic Love

Mariya Takeuchi

Die Geschichte hinter dem Song

Als Mariya Takeuchi 1984 das Album Variety aufnahm, war es ein Comeback, und zum ersten Mal schrieb sie alle Songs selbst. Sie war während der Aufnahmen schwanger und sagte später, sie habe damals einfach geschrieben, weil es Spaß machte. Mit Plastic Love wollte sie etwas Tanzbares mit City-Pop-Sound schaffen, mit Sechzehntel-Groove und einem Text über das Leben in der Stadt. Tatsuro Yamashita arrangierte und produzierte das Stück im Studio Onkio Haus im Tokioter Viertel Ginza. Funkiger Bass und strahlende Bläser liegen über einer traurigen Geschichte: Eine Frau hat den Mann verloren, den sie wirklich liebte, und behandelt die Liebe seitdem als Spiel. Die Single erschien im März 1985 und blieb ein bescheidener Erfolg. Sie kam bis auf Platz 86 der Oricon-Charts und verkaufte weniger als 10.000 Exemplare, lief allerdings ordentlich im Karaoke. Drei Jahrzehnte lang war die Geschichte damit im Grunde erzählt. Dann lud 2017 ein YouTube-Kanal namens Plastic Lover eine von Fans gebastelte Achtminutenfassung hoch, die Teile des Songs in Schleifen wiederholte. Der Empfehlungsalgorithmus griff sie auf, und bis 2021 kam das Video auf über 55 Millionen Aufrufe, bevor es wegen Urheberrechtsbeschwerden verschwand. Das Vorschaubild, ein Foto von Takeuchi von Alan Levenson, stammte eigentlich von einer früheren Single, verband sich aber so fest mit dem Lied, dass die Vinyl-Neuauflage von 2021 es übernahm. Diese Neuauflage erreichte Platz fünf in Japan. Plastic Love gilt heute als bekanntester City-Pop-Song, und sein seltsames zweites Leben öffnete ein ganzes Genre für Menschen, die bei seinem Erscheinen noch nicht geboren waren.

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