Hey Jude

The Beatles

Die Geschichte hinter dem Song

Im Mai 1968 trennten sich John Lennon und seine Frau Cynthia, nachdem er eine Affäre mit der Künstlerin Yoko Ono begonnen hatte. Im Monat darauf fuhr Paul McCartney zum Familienhaus in Weybridge, um den fünfjährigen Sohn Julian zu besuchen, und dachte sich den Song unterwegs im Auto aus. Er hieß zunächst „Hey Jules“ und sollte einen kleinen Jungen über die Trennung seiner Eltern hinwegtrösten. Den Namen änderte McCartney nach eigener Aussage nur deshalb in Jude, weil er besser klang. In den folgenden Wochen spielte er das Lied fast jedem vor, der zuhören wollte, darunter den Gästen eines Dorfpubs in Bedfordshire. Als er es Lennon zeigte, versprach er, eine Zeile über eine Bewegung auf der Schulter noch auszubessern, weil sie ihm wie das Geplapper eines Papageis vorkam. Lennon soll geantwortet haben, das sei die beste Zeile des ganzen Songs, also blieb sie. Lennon glaubte später sogar, das Lied sei eigentlich an ihn gerichtet. Aufgenommen wurde die Endfassung in den Trident Studios auf einer Achtspurmaschine, eine Premiere für die Beatles, mitten in den angespannten Sessions zum White Album. McCartney und George Harrison stritten dabei über die Gitarrenstimme. Im August 1968 erschien „Hey Jude“ als erste Beatles-Single auf dem eigenen Label Apple. Mit über sieben Minuten war es die bis dahin längste Single an der Spitze der britischen Charts, in den USA stand sie neun Wochen auf Platz eins. Der lange Mitsing-Schluss machte aus einer privaten Geste der Freundlichkeit ein Lied für große Menschenmengen, und McCartney stimmt diesen Refrain bis heute mit seinem Publikum an.

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