God Save the Queen

Sex Pistols

Die Geschichte hinter dem Song

Der Song hieß zunächst „No Future“ und stammte zum Teil von Bassist Glen Matlock, der die Band verlassen hatte, als er schließlich erschien. Gitarrist Steve Jones erinnerte sich, dass Matlocks erste Fassung überhaupt nicht nach der späteren Platte klang, eher nach einem frühen Beatles-Stück. Nach der Nationalhymne umbenannt, kam die Single am 27. Mai 1977 heraus, mitten im Silberjubiläum von Königin Elizabeth II. Die Band bestritt, dass das Timing geplant war. John Lydon sagte später, so einen Song schreibe man, weil man die Engländer liebe und es satthabe, dass sie schlecht behandelt würden. Die Reaktion folgte sofort. Die BBC verhängte ein komplettes Sendeverbot, die Sender der Independent Broadcasting Authority spielten das Lied ebenfalls nicht, und die Ketten Boots, WHSmith und Woolworths weigerten sich, es zu verkaufen. Am Jubiläumsfeiertag, dem 7. Juni, versuchte die Band, es auf einem Boot auf der Themse in der Nähe von Westminster zu spielen. Als das Boot anlegte, wurden elf Menschen festgenommen, darunter Manager Malcolm McLaren. Während der Aufregung wurden Lydon und die Produzenten der Platte vor einem Londoner Pub mit einem Rasiermesser angegriffen. Trotzdem erreichte die Single in der Jubiläumswoche Platz zwei der offiziellen Charts, hinter Rod Stewart, während sie in den NME-Charts auf Platz eins stand. Später hieß es, die Verkäufe aus Virgins eigenen Läden seien in jener Woche nicht mitgezählt worden, was den bis heute verbreiteten Verdacht nährte, die Charts seien manipuliert gewesen. Frühe Pressungen auf dem Label A&M, bevor die Band zu Virgin wechselte, gehören heute zu den wertvollsten britischen Schallplatten. Kaum ein Song hat so deutlich gezeigt, wie sehr eine Single von drei Minuten das Establishment verunsichern kann.

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