Spanien1988
Hijo de la Luna
MecanoDie Geschichte hinter dem Song
José María Cano schrieb Hijo de la Luna als düsteres Märchen, und Ana Torroja sang es für Mecano auf dem Album Entre el cielo y el suelo von 1986. Erzählt wird eine tragische Roma-Legende. Eine Romni erwacht im Morgengrauen und fleht den Mond an, sie noch am selben Tag mit dem Mann, den sie liebt, zu verheiraten. Der Mond willigt ein, verlangt dafür aber ihr erstgeborenes Kind.
Was folgt, ist Balladengrausamkeit in Reinform. Das Baby kommt mit schneeweißer Haut und grauen Augen zur Welt, obwohl beide Eltern dunkel sind. Das Lied erklärt, es sei ein Albino, weil es der Sohn des Mondes ist. Doch der Ehemann glaubt, seine Frau habe ihn mit einem Payo, einem Nicht-Rom, betrogen, ersticht sie und setzt das Kind auf einem Berg aus. Der Mond nimmt es zu sich, und immer wenn es weint, wird er zur Sichel, um es wie in einer Wiege zu schaukeln. Durch den Refrain zieht sich eine Frage an den Mond selbst: Was will er, der keinen Gemahl findet, mit einem Menschenkind?
Der Song wurde in der gesamten spanischsprachigen Welt ein riesiger Erfolg. Mecano nahm ihn auch auf Italienisch als Figlio della luna auf, mit einem Video im Stil von Carlos Sauras Film „Bluthochzeit“ von 1981. Montserrat Caballé und Sarah Brightman sangen ihn später, und im Winter 1998/99 stand eine spanischsprachige Coverversion der Niederländerin Loona wochenlang auf Platz eins in Deutschland. Kaum ein Popsong hat ein Volksmärchen so weit getragen.