Slowenien1978
Lublana je Bulana
PankrtiDie Geschichte hinter dem Song
1977 beschlossen zwei Freunde aus dem Ljubljanaer Vorort Kodeljevo, Gregor Tomc und Peter Lovšin, eine Band zu gründen. Sie hörten britischen Punk, Lovšin schrieb schon vorher bewusst provokante Lieder, und Tomc hatte die Idee für den Namen: Pankrti, die Bastarde. Sie probten im Keller der örtlichen Musikschule, spielten ihr erstes Konzert an einer Schule in Moste und hielten sich anfangs an Coverversionen von den Sex Pistols, The Clash und den New York Dolls.
Zu den ersten eigenen Songs, die einschlugen, gehörte „Lublana je bulana“, dessen Titel die Hauptstadt für krank erklärt. 1978 erschien er beim Label ŠKUC als erste Veröffentlichung der Band. Pankrti nannten sich die erste Punkband hinter dem Eisernen Vorhang, und sie gehörten jedenfalls zu den ersten Punkbands, die überhaupt in einem kommunistischen Land entstanden. Ihr Debütalbum Dolgcajt, auf Deutsch Langeweile, folgte 1980 und machte sie in ganz Jugoslawien zur Kultband. Sie trugen dazu bei, dass sich der jugoslawische New Wave in Ljubljana, Zagreb und Belgrad ausbreitete. John Peel spielte sie bei der BBC.
Der Philosoph Tine Hribar ging später so weit zu behaupten, ohne den Schock, den Pankrti Ende der 1970er Jahre in Politik und Kultur auslösten, hätten die kommunistischen Machthaber der Zeitschrift Nova revija 1982 nie den Start erlaubt. Ein kurzes, freches Lied über die Hauptstadt erwies sich als Auftakt zu etwas viel Größerem.