Living Like a Refugee

Sierra Leone's Refugee All Stars

Die Geschichte hinter dem Song

Als Rebellen Ende der 1990er-Jahre im Bürgerkrieg von Sierra Leone Freetown angriffen, flohen der Sänger Reuben Koroma, seine Frau Grace und ihr Freund Franco, alle drei Teil der Musikszene der Stadt, über die Grenze nach Guinea. Im Flüchtlingslager Kalia fanden sie wieder zusammen und begannen, Musik zu machen. Nach ihrer Verlegung in das abgelegene Lager Sembakounya kamen weitere Musiker hinzu, darunter der Rapper Black Nature. Eine kanadische Hilfsorganisation überließ ihnen zwei alte E-Gitarren, ein Mikrofon und eine einfache Anlage. Im August 2002 stießen die amerikanischen Filmemacher Zach Niles und Banker White und der kanadische Songwriter Chris Velan bei einer Probe auf die Gruppe. Sie hatten in den Lagern nach Geschichten gesucht, die dem westlichen Blick auf die Gewalt in der Region etwas von der Schönheit und Widerstandskraft afrikanischer Gesellschaften entgegensetzen sollten. Die Band stand kurz vor einer Tournee durch die Flüchtlingslager Guineas, unterstützt vom UN-Flüchtlingshilfswerk. Drei Jahre lang begleiteten die Filmemacher sie, durch begeisterte Empfänge, alte Traumata und die Rückkehr nach Freetown im Jahr 2004, wo das erste Album entstand. Sein Titelstück gab der Platte den Namen: Living Like a Refugee, erschienen im September 2006. Der Dokumentarfilm von 2005 brachte die Band auf die Central Park SummerStage, zum Fuji Rock Festival, nach Bonnaroo und in die Oprah Winfrey Show, und sie spielte sogar im Vorprogramm von Aerosmith. Ihr Sound, oft für Reggae gehalten, beruht auf Baskeda, einem westafrikanischen Rhythmus, der dem Reggae im Geist nahesteht. Der Song bleibt ein Zeugnis von Menschen, die weiter Musik machten, als sie fast alles andere verloren hatten.

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