La Grey Zuliana

Ricardo Aguirre

Die Geschichte hinter dem Song

Ricardo Aguirre war Grundschullehrer, bevor er ein Star wurde. 1939 in Maracaibo geboren, legte er mit 19 sein Lehrerexamen ab, unterrichtete in Bachaquero und Maracaibo und arbeitete als Radiosprecher. Daneben sang er Gaita, die Musik des Bundesstaats Zulia, die traditionell die Zeit vom Vorabend des Festes der Jungfrau von Chiquinquirá im November bis Mariä Lichtmess im Februar erfüllt. Gaita war längst Festmusik und zugleich Musik der Kritik und des Protests, und Aguirre besang Maracaibo, seine Menschen und ihre Nöte mit einer so unverwechselbaren Stimme, dass eine Komponistin ihn El Monumental taufte. 1967 wechselte er nach Streitigkeiten in seiner Gruppe Cardenales del Éxito zum Conjunto Saladillo und nahm mit ihnen 1968 La Grey Zuliana auf. Laut dem Forscher Arnoldo Hernández Oquendo stammen Musik und Einleitung von Aguirre, der Refrain dagegen von Marcial Valbuena, und bei dieser Aufnahme kam erstmals ein E-Bass in einer professionellen Gaita-Gruppe zum Einsatz. Das Lied verbreitete sich so weit, dass man es die Hymne der Gaita zuliana nannte. Was daraus wurde, erlebte Aguirre nicht mehr. In den frühen Morgenstunden des 8. November 1969 fuhr er nach einer Probe in seinem Jeep durch einen Wolkenbruch nach Hause und kam mit 30 Jahren bei einem Unfall ums Leben, nur wenige Tage vor Beginn der Gaita-Saison. 1983 erklärte der Gouverneur von Zulia den 8. November zu seinem Gedenken zum Tag des Gaitero. Ein halbes Jahrhundert später ist die Gaita, die er ein Jahr vor seinem Tod aufnahm, noch immer die, die Zulia seine Hymne nennt.

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