Jerusalema
Master KGDie Geschichte hinter dem Song
Master KG nahm den Beat am 11. August 2019 auf, stellte einen Ausschnitt in die sozialen Netzwerke und fand die Reaktionen so gut, dass er die Sängerin Nomcebo Zikode, die er seine Schwester nennt, holte, um den Song fertigzustellen. Ihr Gesang auf Zulu, gospelhaft und voller Sehnsucht nach Jerusalem als geistlicher Heimat, liegt über einem beschwingten House-Groove. Im November veröffentlicht, knackte das Lied in der ersten Woche eine Million YouTube-Aufrufe und wurde zum Liebling der südafrikanischen Clubs. Manche taten es als bloße Kneipenmusik ab. Nach eigener Aussage antwortete Master KG, sie sollten abwarten, was Kneipenmusik mit der Welt anstellen könne.
Die Antwort kam im Pandemiesommer 2020. Ein spontanes Video angolanischer Freunde, die eine Choreografie zum Song tanzten, löste die #JerusalemaChallenge aus, und bald filmten Menschen die Schritte in ganz Europa, in Amerika und darüber hinaus, auch in Jerusalem selbst. Beschäftigte tanzten auf dem Vorfeld des Berliner Flughafens Tegel, und die Schweizer Bundespolizei forderte die irische Garda zum Tanzduell heraus, die annahm. Ein Remix mit Burna Boy erreichte Platz eins in Belgien, den Niederlanden, Rumänien und der Schweiz, und das Video kam auf eine halbe Milliarde Aufrufe.
Der Erfolg brachte auch Reibung. Warner verlangte für manche Challenge-Videos Lizenzgebühren, und 2021 erklärte Nomcebo, sie sei nicht bezahlt worden, was ihr Label mit einem ungeklärten Streit über die Aufteilung begründete. Trotzdem wurde ein südafrikanischer House-Song auf Zulu für eine Welt im Lockdown zu dem Lied, zu dem man gemeinsam tanzte, während man getrennt war.
