Asimbonanga
Johnny CleggDie Geschichte hinter dem Song
Asimbonanga heißt auf Zulu „Wir haben ihn nicht gesehen“. Als Johnny Cleggs Band Savuka das Lied 1986 als Maxi-Single herausbrachte, saß Nelson Mandela seit 1962 im Gefängnis. Der Song machte aus dieser Abwesenheit einen Refrain auf Zulu, während die englischen Strophen weitere Gestalten des Widerstands beim Namen nannten: Steve Biko, Victoria Mxenge und Neil Aggett.
Savuka, was „Erwachen“ bedeutet, war eine gemischte Band aus drei Schwarzen und drei weißen Südafrikanern, die Zulu-Traditionen mit keltischer Musik und Rock verband. Clegg hatte schon wegen seiner Zusammenarbeit mit dem Zulu-Musiker Sipho Mchunu Ärger mit den Behörden gehabt, und die offene Widmung von Asimbonanga brachte neuen. Savukas Konzerte wurden gestürmt, die Musiker immer wieder verhaftet, und der Song gehörte zu mehreren von Cleggs Liedern, die in Südafrika verboten wurden. Außerhalb des Landes blühte er auf: In Frankreich erreichte er Platz zwei, und die United Democratic Front machte ihn zu ihrer Hymne. Joan Baez nahm später eine Version auf, die ihr eine Grammy-Nominierung einbrachte.
Seinen berühmtesten Auftritt erlebte der Song, als seine Ausgangslage längst überholt war. Bei einem Clegg-Konzert 1999 kam Mandela, inzwischen frei und Präsident, während Asimbonanga auf die Bühne und tanzte zur Musik der Band. Danach sagte er, Musik und Tanz brächten ihn in Frieden mit der Welt, und bat darum, das Lied noch einmal zu spielen. Ein Song über einen Mann, den niemand sehen konnte, endete damit, dass er leibhaftig vor allen stand.
