Mexiko1970
Oye Como Va
SantanaDie Geschichte hinter dem Song
Bevor Oye Como Va zur Rockhymne wurde, war es ein Cha-Cha-Chá. Tito Puente schrieb und nahm es 1962 mit seinem Orchester für Tico Records auf, mit einer sich wiederholenden Klavierfigur aus Blockakkorden, einem Chor, der den Titelrefrain singt, und Johnny Pacheco an der Flöte. Laut Max Salazar ließ sich Puente vermutlich von einem Stück inspirieren, das er gut kannte: Intro und Klavierfigur ähneln stark Cachaos Mambo Chanchullo von 1957, den Puente 1959 selbst eingespielt hatte. Das Lied trug also schon kubanisches Erbe in sich.
Santana baute es 1970 für das Album Abraxas neu. Puentes Bläser flogen raus, dafür kamen E-Gitarre, Hammondorgel und Rockschlagzeug. Carlos Santanas Gitarre übernahm die alte Flötenmelodie, Gregg Rolies Orgel legte den Teppich darunter, und die Soli wurzelten in Rock und Blues, ohne das Original ganz loszulassen. Als Single erschien es 1971 und erreichte Platz 13 der Billboard Hot 100. Puente gab später zu, dass er zunächst empört war, weil eine Rockband sein Stück coverte, bis der erste Tantiemenscheck kam. Danach dankte er Santana öffentlich auf der Bühne dafür, die lateinamerikanische Musik in die Welt getragen und ihn als Komponisten genannt zu haben.
Santanas Version kam 2001 in die Latin Grammy Hall of Fame und 2002 in die Grammy Hall of Fame, und NPR zählte sie zu den wichtigsten amerikanischen Musikwerken des 20. Jahrhunderts. Weil seine Wurzeln durch Kuba, Puerto Rico und die USA laufen, gilt das Lied als Sinnbild dafür, wie Latin Music in Amerika entsteht: entliehen, umgebaut und geteilt.