Bam Bam

Sister Nancy

Die Geschichte hinter dem Song

Sister Nancys Hit von 1982 besteht ganz in jamaikanischer Tradition aus geliehenen Teilen. Das Instrumental ist der Stalag-Riddim, zuerst zu hören auf Ansell Collins' „Stalag 17“, und der Refrain folgt der Melodie von „Bam Bam“, einem Song von Toots and the Maytals aus dem Jahr 1966. Laut dem Autor Mike Steyels kam der Anstoß, als sie wenige Wochen zuvor in einem anderen Studio hörte, wie Yellowman und Fathead ihre eigene Version der Zeile aufnahmen. Was danach geschah, ist eine Geschichte darüber, wer bezahlt wird. Nach ihren Worten hörte sie den Song nach der Veröffentlichung ihres Albums One, Two in Jamaika kein einziges Mal laufen. Ihr Produzent wusste, wie beliebt er im Ausland geworden war, verschwieg es ihr aber. Erst nach ihrem Umzug in die USA 1996 begriff sie seine Reichweite, als sie ihn 1998 im Film Belly hörte. 2014 entdeckte ihre Tochter das Lied in einem Reebok-Werbespot, und Sister Nancy holte sich endlich rechtlichen Rat. Nach 32 Jahren ohne Tantiemen erhielt sie per Vergleich eine Entschädigung für die letzten zehn Jahre und die Hälfte der Rechte am Song. Da war „Bam Bam“ längst überall. Billboard nannte ihn einen ernsthaften Anwärter auf den Titel des meistgesampelten Reggae-Songs aller Zeiten, er steckt in weit über hundert Tracks. Auf die vielen Samples angesprochen, sagte sie, keines sei ihr Favorit, weil niemand sie gebeten habe, persönlich mitzuwirken. Rolling Stone zählte den Song 2021 zu den 500 größten aller Zeiten. Er ist ein Meilenstein für Frauen am Mikrofon und eine Erinnerung daran, dass Klassiker Urheber haben.

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