Griechenland1964
Zorba's Dance
Mikis TheodorakisDie Geschichte hinter dem Song
Die Musik, die heute weltweit als zeitloser griechischer Volkstanz gilt, wurde für einen Film geschrieben. Mikis Theodorakis komponierte „Zorba's Dance“ für Michael Cacoyannis' Alexis Sorbas von 1964, in dem Anthony Quinn einen urwüchsigen kretischen Bauern spielt und Alan Bates den steifen jungen Schriftsteller, mit dem er sich anfreundet. Theodorakis schöpfte aus dem Rebetiko, der griechischen Stadtmusik mit ihren türkischen Makam-Modi, und bearbeitete ein traditionelles Syrtos-Stück aus Chania des kretischen Musikers Giorgis Koutsourelis, ausgewählt wegen seines energischen Rhythmus. Auf dem Soundtrack erklingt es auf der Bouzouki.
Auch der Tanz ist eine Erfindung. Quinns Sirtaki, gedreht am Strand von Stavros auf Kreta, wurde eigens für den Film geschaffen und stammt nicht aus der Tradition; er verbindet einen langsamen Hasapiko mit einem schnelleren Hasaposerviko. In der Schlussszene tanzen ihn die beiden Männer gemeinsam am verlassenen Strand, nachdem ihr Vorhaben gescheitert ist. Der Film war ein Erfolg, die Soundtrack-Single stand 1965 in Österreich und Belgien an der Spitze der Charts, und im selben Jahr folgten Versionen von Herb Alpert and the Tijuana Brass, Dalida und vielen anderen.
Dann durfte man das Stück in Griechenland eine Zeit lang nicht hören: Wie andere Werke von Theodorakis wurde die Musik von der Militärjunta verboten, die das Land von 1967 bis 1974 regierte. Seiner Zukunft schadete das nicht. Der Sirtaki wurde zu einem beliebten griechischen Tanz, und die Melodie gehört heute in griechischen Tavernen zum festen Repertoire, eine Filmmusik, die zur Tradition wurde.