Côte d'Ivoire1999
Premier Gaou
Magic SystemDie Geschichte hinter dem Song
Das erste Album von Magic System war ein Flop. Die Gruppe war aus einem riesigen Kollektiv mit mehr als fünfzig Mitgliedern in Abidjan hervorgegangen, und ab 1996 spielten die vier Verbliebenen, A'salfo, Goude, Tino und Manadja, auf Festen und lokalen Veranstaltungen im ganzen Land. Ihr Debüt Papitou von 1997 und die Single Momo blieben erfolglos. Sie machten trotzdem weiter, und 1999 gingen die vier Musiker aus Anoumabo ins Studio Soft in Abidjan, um vierzehn neue Lieder aufzunehmen.
Eines davon war 1er Gaou. Ein Gaou ist im ivorischen Slang ein naiver Mensch, und das Lied behandelt ein klassisches Thema, die käufliche Liebe, mit Humor und Schwung. Es verbreitete sich langsam, erst im eigenen Land, dann in Westafrika und weiteren afrikanischen Städten, mit rund 300.000 verkauften Kassetten in der Côte d'Ivoire und mehr als einer Million im übrigen Afrika. In Frankreich war es schwieriger: Kein Label zeigte Interesse. Der Radio- und Fernsehmoderator Ephrem Youkpo finanzierte das Album selbst und gab es, als die großen Firmen den Vertrieb ablehnten, im Januar 2000 an Sonima.
Der eigentliche Durchbruch kam 2002, als ein Remix von Bob Sinclar den Song neu belebte und die Gruppe dem französischen Publikum bekannt machte. Über Next Music in Frankreich vertrieben, stieg das Album monatelang, und Fnac kürte Magic System zur meistverkauften Gruppe in der Sparte afrikanische Musik. Ihr Erfolg war auch der Erfolg des Zouglou, jenes Stils, der in den 1990er Jahren an den Universitäten von Abidjan entstand, um gesellschaftliche Missstände anzuprangern und dabei zum Tanzen zu bringen. Ein Lied über einen, der sich übers Ohr hauen lässt, machte vier Musiker aus Anoumabo zu Stars.