Kanada1962

Hymn to Freedom

Oscar Peterson

Die Geschichte hinter dem Song

Hymn to Freedom entstand aus dem Stegreif. Das Oscar Peterson Trio, mit Ray Brown am Bass und Ed Thigpen am Schlagzeug, nahm für das Label Verve das Album Night Train auf, das vor allem aus Blues- und R&B-Standards bestand und so kurz gehalten war, dass das kommerzielle Radio die Stücke spielen würde. Norman Granz, Petersons Manager, der die Aufnahmen betreute, schlug vor, die Platte mit etwas zu beenden, das eindeutig nach frühem Blues klang. Peterson komponierte das Stück direkt im Studio. Es war die einzige Eigenkomposition auf dem Album, das er seinem Vater widmete, einem Schlafwagenschaffner bei der Canadian Pacific Railway. Peterson benannte das neue Stück zu Ehren von Martin Luther King Jr. Das Album erschien 1963. Ein Jahr nach der Aufnahme schrieb Harriette Hamilton einen Text zu der Melodie, und mit diesen Worten wurde die würdevolle Melodie zu einer inoffiziellen Hymne der Bürgerrechtsbewegung. Sie ist bis heute eine von Petersons bekanntesten Kompositionen. Der Pianist Oliver Jones, der als sein Schüler gilt, nahm eine eigene Fassung auf, und im Dokumentarfilm Oscar Peterson: Black + White von 2021 spielt das Stück eine zentrale Rolle. Night Train selbst erhielt 2019 den Polaris Heritage Prize, und Diana Krall erzählte, erst durch dieses Album habe sie Jazzpianistin werden wollen. Eine Melodie, improvisiert, um eine Platte abzurunden, wurde so zu einer Hymne, die eine ganze Bewegung singen konnte.

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