Treaty

Yothu Yindi

Die Geschichte hinter dem Song

1988, im Jahr der australischen 200-Jahr-Feier, besuchte Premierminister Bob Hawke das Barunga Festival im Northern Territory. Dort überreichten ihm Galarrwuy Yunupingu und Wenten Rubuntja eine Erklärung mit den politischen Zielen der Aborigines. Hawke versprach einen Vertrag mit den indigenen Australiern bis 1990. Er kam nicht. Galarrwuys jüngerer Bruder Mandawuy, Sänger von Yothu Yindi, wollte ein Lied über dieses gebrochene Versprechen. Nach seiner Erinnerung entstand es am Lagerfeuer, als er auf der Gitarre nach einem Akkord suchte: Er habe vom Vertrag im Radio gehört und ihn im Fernsehen gesehen, und genau das sollte die Kernzeile werden. „Treaty“, unter anderem mit Paul Kelly und Peter Garrett geschrieben, erschien im Februar 1991 und blieb erfolglos. Dann bat der Melbourner DJ Gavin Campbell Mushroom Records um einen Dance-Remix. Sein Team Filthy Lucre baute das Stück ohne die Band um, unter der Bedingung, dass der Yolngu-Teil erhalten blieb, und strich fast den gesamten englischen Text, sodass das Lied nun fast vollständig auf Gumatj gesungen wird. Diese Fassung erreichte die australischen Top 20, als erster Song einer überwiegend aus Aborigines bestehenden Band in den Charts des Landes, und wurde das erste Lied, teils in einer Aborigine-Sprache, das international breite Beachtung fand. Mandawuy ließ sich als Schulleiter der Yirrkala Community School beurlauben, um damit auf Tour zu gehen. Der geforderte Vertrag ist bis heute nicht unterzeichnet. Nachdem das Referendum über die indigene Voice im Oktober 2023 gescheitert war, spielte der Sender Triple J aus Protest eine ganze Stunde lang nur „Treaty“.

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