Russian Woman

Manizha

Die Geschichte hinter dem Song

Nach eigenen Angaben schrieb Manizha „Russian Woman“ am 8. März 2020 auf Tournee, sang es aber erst ein Jahr später öffentlich. Sie beschrieb es als Lied darüber, wie sich das Selbstverständnis russischer Frauen über Jahrhunderte gewandelt hat: von der Bauernhütte zum aktiven und passiven Wahlrecht, von der Fabrikhalle bis in den Weltraum, immer bereit, sich Klischees zu widersetzen. Genau ein Jahr nach der Entstehung, am 8. März 2021, gewann sie den russischen Eurovision-Vorentscheid mit 39,7 Prozent der Zuschauerstimmen. Die Sängerin hatte selbst einen weiten Weg hinter sich. Manizha wurde 1991 in Duschanbe geboren, 1994 floh ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in Tadschikistan und ließ sich in Moskau nieder. Ihre Urgroßmutter war eine der ersten Frauen in Tadschikistan, die den Schleier ablegten und einen eigenen Beruf ergriffen. Die Auswahl des Songs löste einen Sturm aus. Viele russische Zuschauer störten sich daran, dass eine Sängerin tadschikischer Herkunft über russische Frauen sang, und an ihrem Einsatz für LGBT- und Frauenrechte. Sie überschwemmten ihr Video und ihren Instagram-Account mit Hasskommentaren und forderten ihren Rückzug. Die Duma-Abgeordnete Jelena Drapeko schlug sogar vor, ihr den Auftritt unter russischer Flagge zu verbieten. Manizha fuhr trotzdem nach Rotterdam und wurde mit 204 Punkten Neunte. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022, den sie ablehnte, wurde Russland vom Wettbewerb ausgeschlossen. So bleibt ihr Lied der letzte russische Eurovision-Beitrag und ein Zeugnis des Streits darüber, wer für eine Nation sprechen darf.

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