Sweet Mother

Prince Nico Mbarga

Die Geschichte hinter dem Song

1974 lehnte EMI das Demo von „Sweet Mother“ ab, angeblich wegen seiner kindlichen Wirkung. Auch Decca und Philips sagten nein. Prince Nico Mbarga, in Abakaliki als Sohn einer nigerianischen Mutter und eines kamerunischen Vaters geboren, hatte die Bürgerkriegsjahre jenseits der Grenze im kamerunischen Mamfe verbracht. Dort schleppte er die Instrumente einer kongolesischen Band und brachte sich ihr gezupftes Gitarrenspiel selbst bei. Zurück in Nigeria gründete er Rocafil Jazz, die regelmäßig im Plaza Hotel in Onitsha spielten, und nach einem regionalen Hit ließ das Label die Band fallen, weil sie über ihr lokales Publikum nicht hinauskam. Im Dezember 1976 erschien der Song schließlich bei Rogers All Stars, einer Plattenfirma aus Onitsha. Gesungen in nigerianischem Pidgin, feiert er die Mutterschaft, getragen von westafrikanischem Highlife und Gitarren im kongolesischen Soukous-Stil, eine Mischung der beiden Traditionen, die Mbarga diesseits und jenseits der Grenze aufgesogen hatte. Das Lied verbreitete sich weit über die Region hinaus; die Schätzungen der Verkäufe reichen von drei bis dreizehn Millionen Exemplaren. Es gilt als meistverkaufter Song eines afrikanischen Künstlers überhaupt, blieb aber der einzige große Hit seiner Karriere. Manchmal als Hymne Afrikas bezeichnet, wurde es 2004 von Lesern und Hörern der BBC zum Lieblingslied des Kontinents gewählt, vor Brenda Fassie, Fela Kuti, Franco und Miriam Makeba. Ein Lied, das den großen Labels zu schlicht war, wurde zu dem Lied, mit dem Millionen Menschen in Afrika die Frauen besingen, die sie großgezogen haben.

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