Über sieben Brücken musst du gehn

Karat

Die Geschichte hinter dem Song

Die berühmte Zeile stammt aus einer Erzählung, bevor sie ein Lied wurde. 1975 schrieb Helmut Richter eine Liebesgeschichte über die unglückliche Beziehung zwischen einem Polen und einer Deutschen. Die Heldin Gitta kehrt darin immer wieder zu dem Gedanken zurück, dass man über sieben Brücken gehen muss, ein Satz, der ihren Kummer und zugleich ihre Hoffnung ausdrückt. 1976 kaufte das Fernsehen der DDR die Geschichte, Richter schrieb das Szenarium, und Regisseur Hans Werner schlug für die Musik Ed Swillms vor, Keyboarder und Hauptkomponist der Gruppe Karat. Aus Richters Zeile wurde das Titellied. Swillms erzählte später, er habe zwei Wochen auf den Text gestarrt, bevor er sich plötzlich vertonen ließ. Aufgenommen werden musste das Stück morgens zwischen acht und zehn in einem mickrigen Übertragungswagen, der sich großspurig Europa-Studio Grünau nannte. Am 30. April 1978 lief der Film, und noch am selben Tag riefen Zuschauer aus beiden Teilen Deutschlands im Studio an und fragten, wo man das Lied kaufen könne. Beim Schlagerfestival in Dresden gewann Karat damit den Grand Prix, die Single kam in der DDR-Jahreshitparade auf Platz zwei. 1980 hörte Peter Maffay den Song im Radio, besuchte Karat bei einem Konzert in Wiesbaden und bat um Erlaubnis, ihn nachzuspielen. Seine Fassung mit neuem Saxofonsolo wurde noch bekannter, auch weil das DDR-Kulturministerium Karat Auftritte im westdeutschen Fernsehen untersagte. Seit 1990 sangen beide das Lied gemeinsam, live und auf Platte. Ein Lied aus dem Osten wurde zum gemeinsamen deutschen Klassiker.

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